Nach dem aufwühlenden ersten PUNKT-Abend am Montag ging es am Dienstag mit einer Lesung des Romans „Psycho“ nicht minder spannend weiter. Schauspieler Matthias Brandt sorgte mit seiner Lesung für Gänsehaut pur. Unterstrichen wurde das Ganze noch von Jens Thomas’ (Photo: Steven Haberland) sensationeller Vorstellung am Klavier, was noch durch den vielfältigen Einsatz seiner Stimme getoppt wurde! Growlen, Singen im Falsett, manisches Summen – was Thomas da am Klavier veranstaltete, unterstrich den grausamen Plot auf wahnwitzige Art und Weise. Matthias Brandt gab dem Romanstoff eine authentische Stimme. Er fühlte sich in die Rolle des psychisch kranken Mörders Norman Bates so gut ein, dass sich mir bei der Performance wirklich die Nackenhaare aufstellten. Unterstützt wurde das Ganze noch durch das Bühnenbild von Naomi Schenck, was vor allem aus einer Beamerpräsentation bestand. Sie mixte Bilder von kalten, leeren Wohnräumen mit dem Foto von Matthias Brandt, verkleidet und geschminkt als Frau. Die Abstände, in denen die Bilder aufleuchteten, waren ganz unregelmäßig; manchmal blitzte nur ganz kurz das Foto der Frau auf, dann wieder blieb das Bild länger auf der Leinwand projiziert.
Auch der Remix der Norweger griff die ausdrucksstarke Stimme des Schauspielers heraus. Eivind Aarset und Erland Dahlen brachten ganz neue Klangeindrücke mit ins Spiel. Ihren Instrumenten entlockten sie besänftigende Töne und brachten das sphärisch-experimentelle wieder hinein – wie am Abend zuvor schon durch Sidsel Erendsen geschehen – und ergänzten so die Remixe von Erik Honoré.
Ich freue mich schon auf das nächste Festival, das 13. Enjoy Jazz ging wirklich viel zu schnell rum!
Liebe Grüße
Eure Anne
