Herzlich Willkommen zum Festival-Blog
„Wir müssen uns ein wenig nach ihm richten. Er bestimmt das Tempo“, erklärt uns Künstlerbetreuer Wolfgang Knapp. Nicht nur auf der Bühne ist Sonny Rollins Ton angebend. Im Backstagebereich des Pfalzbaus scharen sich kleine, flüsternde Gruppen wartender Journalisten, Photographen und Mitarbeiter, die Knapp mit ruhiger Stimme in unregelmäßigen Abständen durch den Vorraum schleust, in das Zimmer, in dem Sonny Rollins mit einem zufriedenen Lächeln und einer riesigen Fellmütze in einem Stuhlkreis sitzt und seine Besucher empfängt. Er beantwortet gerade geduldig die Fragen eines Journalisten, als wir eintreten und uns leise setzen. Wir lauschen dem Gespräch, es fallen Begriffe wie „fighter“, „power“ und „self-criticism“. Mit routinierter Lässigkeit und doch hochkonzentriert und präzise geht der 81jährige auf die Fragen seines Gegenübers ein. Wie es dazu gekommen sei, dass er so überaus selbstkritisch ist, möchte dieser wissen. Seine Antwort geht auf die Anfänge zurück, die Rollins selbst erlebte und mitgestaltete. Er sei nie so gut gewesen wie Charlie Parker, John Coltrane, Lester Young oder Coleman Hawkins, umso härter sei es für ihn gewesen, sich unter den Giganten der damaligen Zeit einen Namen zu machen. Er sei nicht leicht zufrieden zu stellen. „Wenn ich mit einer Aufnahme oder einem Konzert unzufrieden bin, besteht zwar die Chance, dass manche es trotzdem mögen. Wenn ich aber selbst davon überzeugt bin, weiß ich, dass alle es gut finden werden. Man darf sich niemals ausruhen!“
Nach dem Interview kehrt für einen Moment Ruhe ein. Er schaut langsam in die Runde, wartet auf den nächsten Händedruck, das nächste Gespräch. Seine 81 Jahre sind an seinem beinahe zwei Meter langen Körper nicht vorüber gegangen, seine Stimme ist dünner noch als ich sie aus Interviews kenne und doch umgibt diesen Mann eine Aura unglaublicher Stärke. Sein Händedruck ist nicht der eines 81jährigen, es ist der eines Mannes, der für seine Musik lebt, von ihr zehrt, der wie kaum ein anderer Kraft aus ihr schöpfen kann. Sein Wort verweist direkt auf die Bühne, auf der er sich der 81 Jahre zum Trotz als „Saxophone Colossus“ präsentiert.
Ich danke Euch allen für die wunderbare Festivalzeit. Wir sehen uns wieder ganz bestimmt, irgendwann.
Viele Grüße
Euer Max

„Wir müssen uns ein wenig nach ihm richten. Er bestimmt das Tempo“, erklärt uns Künstlerbetreuer Wolfgang Knapp. Nicht nur auf der Bühne ist Sonny Rollins Ton angebend. Im Backstagebereich des Pfalzbaus scharen sich kleine, flüsternde Gruppen wartender Journalisten, Photographen und Mitarbeiter, die Knapp mit ruhiger Stimme in unregelmäßigen Abständen durch den Vorraum schleust, in das Zimmer, in dem Sonny Rollins mit einem zufriedenen Lächeln und einer riesigen Fellmütze in einem Stuhlkreis sitzt und seine Besucher empfängt. Er beantwortet gerade geduldig die Fragen eines Journalisten, als wir eintreten und uns leise setzen. Wir lauschen dem Gespräch, es fallen Begriffe wie „fighter“, „power“ und „self-criticism“. Mit routinierter Lässigkeit und doch hochkonzentriert und präzise geht der 81jährige auf die Fragen seines Gegenübers ein. Wie es dazu gekommen sei, dass er so überaus selbstkritisch ist, möchte dieser wissen. Seine Antwort geht auf die Anfänge zurück, die Rollins selbst erlebte und mitgestaltete. Er sei nie so gut gewesen wie Charlie Parker, John Coltrane, Lester Young oder Coleman Hawkins, umso härter sei es für ihn gewesen, sich unter den Giganten der damaligen Zeit einen Namen zu machen. Er sei nicht leicht zufrieden zu stellen. „Wenn ich mit einer Aufnahme oder einem Konzert unzufrieden bin, besteht zwar die Chance, dass manche es trotzdem mögen. Wenn ich aber selbst davon überzeugt bin, weiß ich, dass alle es gut finden werden. Man darf sich niemals ausruhen!“

Nach dem Interview kehrt für einen Moment Ruhe ein. Er schaut langsam in die Runde, wartet auf den nächsten Händedruck, das nächste Gespräch. Seine 81 Jahre sind an seinem beinahe zwei Meter langen Körper nicht vorüber gegangen, seine Stimme ist dünner noch als ich sie aus Interviews kenne und doch umgibt diesen Mann eine Aura unglaublicher Stärke. Sein Händedruck ist nicht der eines 81jährigen, es ist der eines Mannes, der für seine Musik lebt, von ihr zehrt, der wie kaum ein anderer Kraft aus ihr schöpfen kann. Sein Wort verweist direkt auf die Bühne, auf der er sich der 81 Jahre zum Trotz als „Saxophone Colossus“ präsentiert.

Ich danke Euch allen für die wunderbare Festivalzeit. Wir sehen uns wieder ganz bestimmt, irgendwann.

Viele Grüße

Euer Max