Ich wunderte mich noch über das Bühnenbild. Da standen beleuchtete Palmen halbverdeckt hinter großen schwarzen Wänden. Was soll das? Ich konnte es als Pat Metheny-Neuling ja nicht ahnen, aber als nach gut einer durchwachsenen Konzertstunde zwei Bühnenhelfer die schwarzen Abdeckungen fallen ließen und sich dahinter eine regelrechte Spielwiese für Technikfans und Klangkünstler eröffnete, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. In großen Gerüsten standen dort Pfeifen, Schlagwerk, ein Akkordeon usw. Mit seiner Gitarre allein dirigierte er das so genannte Orchestrion durch eine etwa zwanzigminütige Show, ehe Bill Stewart (drums) und Larry Grandier (bass) hinzustießen. Mit kleinen Leuchten ausgestattet signalisierte die Maschine zudem jede einzelne Regung in dem gewaltigen Klanggebilde. Eine phantastische Spielerei…
… die am Ende auf ein geteiltes Echo stieß. “Ist doch nur was für Männer”, war da zu hören. Andere wiederum bekamen die Münder nicht mehr zu gegenüber dieses wilden Blinkens und des szenischen Geplänkels des Trios. Sei’s drum: Der Auftritt Pat Methenys und das spezielle Programm boten einen guten Querschnitt der letzten 30 Jahre, auch wenn es am Ende zu viele unterschiedliche Elemente (Duo mit Grenadier, Trio, Solo, Solo mit Pikasso-Gitarre, Orchestrion) waren, die den Abend nicht ganz rund machten.
Viele Grüße
Euer Max
PS: Ein kleines Einführungsvideo in seine Arbeit mit dem Orchestrion anbei.