Herzlich Willkommen zum Festival-Blog
„Wir müssen uns ein wenig nach ihm richten. Er bestimmt das Tempo“, erklärt uns Künstlerbetreuer Wolfgang Knapp. Nicht nur auf der Bühne ist Sonny Rollins Ton angebend. Im Backstagebereich des Pfalzbaus scharen sich kleine, flüsternde Gruppen wartender Journalisten, Photographen und Mitarbeiter, die Knapp mit ruhiger Stimme in unregelmäßigen Abständen durch den Vorraum schleust, in das Zimmer, in dem Sonny Rollins mit einem zufriedenen Lächeln und einer riesigen Fellmütze in einem Stuhlkreis sitzt und seine Besucher empfängt. Er beantwortet gerade geduldig die Fragen eines Journalisten, als wir eintreten und uns leise setzen. Wir lauschen dem Gespräch, es fallen Begriffe wie „fighter“, „power“ und „self-criticism“. Mit routinierter Lässigkeit und doch hochkonzentriert und präzise geht der 81jährige auf die Fragen seines Gegenübers ein. Wie es dazu gekommen sei, dass er so überaus selbstkritisch ist, möchte dieser wissen. Seine Antwort geht auf die Anfänge zurück, die Rollins selbst erlebte und mitgestaltete. Er sei nie so gut gewesen wie Charlie Parker, John Coltrane, Lester Young oder Coleman Hawkins, umso härter sei es für ihn gewesen, sich unter den Giganten der damaligen Zeit einen Namen zu machen. Er sei nicht leicht zufrieden zu stellen. „Wenn ich mit einer Aufnahme oder einem Konzert unzufrieden bin, besteht zwar die Chance, dass manche es trotzdem mögen. Wenn ich aber selbst davon überzeugt bin, weiß ich, dass alle es gut finden werden. Man darf sich niemals ausruhen!“
Nach dem Interview kehrt für einen Moment Ruhe ein. Er schaut langsam in die Runde, wartet auf den nächsten Händedruck, das nächste Gespräch. Seine 81 Jahre sind an seinem beinahe zwei Meter langen Körper nicht vorüber gegangen, seine Stimme ist dünner noch als ich sie aus Interviews kenne und doch umgibt diesen Mann eine Aura unglaublicher Stärke. Sein Händedruck ist nicht der eines 81jährigen, es ist der eines Mannes, der für seine Musik lebt, von ihr zehrt, der wie kaum ein anderer Kraft aus ihr schöpfen kann. Sein Wort verweist direkt auf die Bühne, auf der er sich der 81 Jahre zum Trotz als „Saxophone Colossus“ präsentiert.
Ich danke Euch allen für die wunderbare Festivalzeit. Wir sehen uns wieder ganz bestimmt, irgendwann.
Viele Grüße
Euer Max

„Wir müssen uns ein wenig nach ihm richten. Er bestimmt das Tempo“, erklärt uns Künstlerbetreuer Wolfgang Knapp. Nicht nur auf der Bühne ist Sonny Rollins Ton angebend. Im Backstagebereich des Pfalzbaus scharen sich kleine, flüsternde Gruppen wartender Journalisten, Photographen und Mitarbeiter, die Knapp mit ruhiger Stimme in unregelmäßigen Abständen durch den Vorraum schleust, in das Zimmer, in dem Sonny Rollins mit einem zufriedenen Lächeln und einer riesigen Fellmütze in einem Stuhlkreis sitzt und seine Besucher empfängt. Er beantwortet gerade geduldig die Fragen eines Journalisten, als wir eintreten und uns leise setzen. Wir lauschen dem Gespräch, es fallen Begriffe wie „fighter“, „power“ und „self-criticism“. Mit routinierter Lässigkeit und doch hochkonzentriert und präzise geht der 81jährige auf die Fragen seines Gegenübers ein. Wie es dazu gekommen sei, dass er so überaus selbstkritisch ist, möchte dieser wissen. Seine Antwort geht auf die Anfänge zurück, die Rollins selbst erlebte und mitgestaltete. Er sei nie so gut gewesen wie Charlie Parker, John Coltrane, Lester Young oder Coleman Hawkins, umso härter sei es für ihn gewesen, sich unter den Giganten der damaligen Zeit einen Namen zu machen. Er sei nicht leicht zufrieden zu stellen. „Wenn ich mit einer Aufnahme oder einem Konzert unzufrieden bin, besteht zwar die Chance, dass manche es trotzdem mögen. Wenn ich aber selbst davon überzeugt bin, weiß ich, dass alle es gut finden werden. Man darf sich niemals ausruhen!“

Nach dem Interview kehrt für einen Moment Ruhe ein. Er schaut langsam in die Runde, wartet auf den nächsten Händedruck, das nächste Gespräch. Seine 81 Jahre sind an seinem beinahe zwei Meter langen Körper nicht vorüber gegangen, seine Stimme ist dünner noch als ich sie aus Interviews kenne und doch umgibt diesen Mann eine Aura unglaublicher Stärke. Sein Händedruck ist nicht der eines 81jährigen, es ist der eines Mannes, der für seine Musik lebt, von ihr zehrt, der wie kaum ein anderer Kraft aus ihr schöpfen kann. Sein Wort verweist direkt auf die Bühne, auf der er sich der 81 Jahre zum Trotz als „Saxophone Colossus“ präsentiert.

Ich danke Euch allen für die wunderbare Festivalzeit. Wir sehen uns wieder ganz bestimmt, irgendwann.

Viele Grüße

Euer Max

Keine Widerrede! Dafür, dass kein Zweifel aufkeimt, sorgen schon vor dem Konzert die Tourbegleiter DJ Exile und Rapperin Maya Jupiter. Ein bisschen zu lang wartet Aloe Blacc, bis er schließlich selbst die Bühne betritt und die „Good things for all“ Party beginnt. Seine Rolle als Soul-Entertainer spielt er gut: Anzug, Hut, lustige Tanzmoves und jede Menge „Love, Peace and Happiness“ für alle! Und die Band liefert satten Sound (siehe überforderte Videokamera), der es schwer macht, auf der Stelle stehen zu bleiben. Ein massentaugliches Spektakel, in dem alle Möglichkeiten der Selbstinszenierung ausgereizt werden – so kann man sich zum Beispiel nach dem Konzert für zehn Euro mit Aloe ablichten lassen – und das Bild gleich gerahmt mit nach Hause nehmen.

Ich sage also: This was not a concert, it was a big show! Egal, mir hat’s trotzdem gefallen. Auf dem Heimweg bin ich ein bisschen wehmütig, weil das für dieses Jahr mein letztes Enjoy Jazz-Konzert war.

Eure Steffi

Nach dem aufwühlenden ersten PUNKT-Abend am Montag ging es am Dienstag mit einer Lesung des Romans „Psycho“ nicht minder spannend weiter. Schauspieler Matthias Brandt sorgte mit seiner Lesung für Gänsehaut pur. Unterstrichen wurde das Ganze noch von Jens Thomas’ (Photo: Steven Haberland) sensationeller Vorstellung am Klavier, was noch durch den vielfältigen Einsatz seiner Stimme getoppt wurde! Growlen, Singen im Falsett, manisches Summen – was Thomas da am Klavier veranstaltete, unterstrich den grausamen Plot auf wahnwitzige Art und Weise. Matthias Brandt gab dem Romanstoff eine authentische Stimme. Er fühlte sich in die Rolle des psychisch kranken Mörders Norman Bates so gut ein, dass sich mir bei der Performance wirklich die Nackenhaare aufstellten. Unterstützt wurde das Ganze noch durch das Bühnenbild von Naomi Schenck, was vor allem aus einer Beamerpräsentation bestand. Sie mixte Bilder von kalten, leeren Wohnräumen mit dem Foto von Matthias Brandt, verkleidet und geschminkt als Frau. Die Abstände, in denen die Bilder aufleuchteten, waren ganz unregelmäßig; manchmal blitzte nur ganz kurz das Foto der Frau auf, dann wieder blieb das Bild länger auf der Leinwand projiziert.
Auch der Remix der Norweger griff die ausdrucksstarke Stimme des Schauspielers heraus. Eivind Aarset und Erland Dahlen brachten ganz neue Klangeindrücke mit ins Spiel. Ihren Instrumenten entlockten sie besänftigende Töne und brachten das sphärisch-experimentelle wieder hinein – wie am Abend zuvor schon durch Sidsel Erendsen geschehen – und ergänzten so die Remixe von Erik Honoré.
Ich freue mich schon auf das nächste Festival, das 13. Enjoy Jazz ging wirklich viel zu schnell rum!
Liebe Grüße
Eure Anne

Nach dem aufwühlenden ersten PUNKT-Abend am Montag ging es am Dienstag mit einer Lesung des Romans „Psycho“ nicht minder spannend weiter. Schauspieler Matthias Brandt sorgte mit seiner Lesung für Gänsehaut pur. Unterstrichen wurde das Ganze noch von Jens Thomas’ (Photo: Steven Haberland) sensationeller Vorstellung am Klavier, was noch durch den vielfältigen Einsatz seiner Stimme getoppt wurde! Growlen, Singen im Falsett, manisches Summen – was Thomas da am Klavier veranstaltete, unterstrich den grausamen Plot auf wahnwitzige Art und Weise. Matthias Brandt gab dem Romanstoff eine authentische Stimme. Er fühlte sich in die Rolle des psychisch kranken Mörders Norman Bates so gut ein, dass sich mir bei der Performance wirklich die Nackenhaare aufstellten. Unterstützt wurde das Ganze noch durch das Bühnenbild von Naomi Schenck, was vor allem aus einer Beamerpräsentation bestand. Sie mixte Bilder von kalten, leeren Wohnräumen mit dem Foto von Matthias Brandt, verkleidet und geschminkt als Frau. Die Abstände, in denen die Bilder aufleuchteten, waren ganz unregelmäßig; manchmal blitzte nur ganz kurz das Foto der Frau auf, dann wieder blieb das Bild länger auf der Leinwand projiziert.

Auch der Remix der Norweger griff die ausdrucksstarke Stimme des Schauspielers heraus. Eivind Aarset und Erland Dahlen brachten ganz neue Klangeindrücke mit ins Spiel. Ihren Instrumenten entlockten sie besänftigende Töne und brachten das sphärisch-experimentelle wieder hinein – wie am Abend zuvor schon durch Sidsel Erendsen geschehen – und ergänzten so die Remixe von Erik Honoré.

Ich freue mich schon auf das nächste Festival, das 13. Enjoy Jazz ging wirklich viel zu schnell rum!

Liebe Grüße

Eure Anne

Mit experimenteller elektronischer Musik, aufgeführt mit iPads, Laptops, Gitarre, Bass und Synthesizern vom Duo Minibus Pimps ging am Montag der erste Abend des PUNKT-Festivals bei Enjoy Jazz in der Alten Feuerwache Mannheim  über die Bühne. Im Vorfeld hatte John Paul Jones (ehemals bei Led Zeppelin Bassist und nun im Duo Minibus Pimps mit Helge Stén zu Gast) über seinen Auftritt gesagt: „Ihr werdet nicht einschlafen!“ An Schlaf war wirklich nicht zu denken. Klanggewaltige, teilweise entfernt an Baustellenlärm erinnernde Sequenzen sorgten für Gänsehaut; besonders die teilweise hypnotisierend blitzenden Lichtinstallationen unterstützten die psychedelische Wirkung der Musik noch. Helge Stén an der Gitarre und Rockstar John Paul Jones an Bass und Geige zeigten nichts von ihrer Virtuosität, sondern experimentierten wild mit den Klängen herum, was einen bleibenden Eindruck hinterliess. Der Bass war so stark und das Licht pulsierte immer schneller, sodass ich mich von den Klängen und Lichtern eingelullt zurücklehnte und an futuristische Alptraumwelten erinnert fühlte.
Der norwegische Klangkünstler Erik Honoré sampelte im zweiten Teil des Abends im Studio der Alten Feuerwache Klangfragmente der Minibus Pimps und schuf gemeinsam mit der Jazzsängerin Sidsel Erendsen interessante Klangwelten.
Viele Grüße
Eure Anne

Mit experimenteller elektronischer Musik, aufgeführt mit iPads, Laptops, Gitarre, Bass und Synthesizern vom Duo Minibus Pimps ging am Montag der erste Abend des PUNKT-Festivals bei Enjoy Jazz in der Alten Feuerwache Mannheim  über die Bühne. Im Vorfeld hatte John Paul Jones (ehemals bei Led Zeppelin Bassist und nun im Duo Minibus Pimps mit Helge Stén zu Gast) über seinen Auftritt gesagt: „Ihr werdet nicht einschlafen!“ An Schlaf war wirklich nicht zu denken. Klanggewaltige, teilweise entfernt an Baustellenlärm erinnernde Sequenzen sorgten für Gänsehaut; besonders die teilweise hypnotisierend blitzenden Lichtinstallationen unterstützten die psychedelische Wirkung der Musik noch. Helge Stén an der Gitarre und Rockstar John Paul Jones an Bass und Geige zeigten nichts von ihrer Virtuosität, sondern experimentierten wild mit den Klängen herum, was einen bleibenden Eindruck hinterliess. Der Bass war so stark und das Licht pulsierte immer schneller, sodass ich mich von den Klängen und Lichtern eingelullt zurücklehnte und an futuristische Alptraumwelten erinnert fühlte.

Der norwegische Klangkünstler Erik Honoré sampelte im zweiten Teil des Abends im Studio der Alten Feuerwache Klangfragmente der Minibus Pimps und schuf gemeinsam mit der Jazzsängerin Sidsel Erendsen interessante Klangwelten.

Viele Grüße

Eure Anne

Herzlich wird der Saxophonist Alberto Menéndez am Dienstagabend im gemütlichen Klapsmühl empfangen – er ist für viele Mannheimer ein alter Bekannter. In familiärer Atmosphäre stellt er mit seinem Quartett sein neues Album „Everything will be allright“ vor, das beim Publikum großen Anklang findet. Für meinen Geschmack könnte es ein kleines bisschen melodischer sein. Wer diesen Blog schon öfter gelesen hat weiß aber, dass mich nichts so begeistert wie eine spielfreudige Band, die ihre Musik liebt. So eine hat Menéndez mitgebracht. Indem man sich mit seinen Mitspielern beschäftigt, erfährt man auch viel über ihn – Menéndez hat sie sich ja ausgesucht. Daher verzeiht er mir sicher, dass ich in meinem kleinen Video seinen Begleitern den Vorrang gebe. Da sind gemäß Menéndez’ Ankündigung der „unglaubliche Markus Becker am Piano, der unglaubliche Jean-Marc Robin an den Drums und der ebenfalls unglaubliche Jean-Yves Jung an der Orgel“. Aber seht selbst!

Eure Steffi

Eine reine Frauenband! Erst beim Anblick von Agnes Obel und ihrer Band fällt mir auf wie wenige weibliche Instrumentalistinnen ich auf den bisherigen Konzerten gesehen habe. Das ist schade, denn die Musik, die die Pianistin Agnes Obel mit Anne Müller am Cello und der Gitarre und Gillian Fleetwood an der Harfe in den Karlstorbahnhof zaubert, ist traumhaft und – vielleicht bilde ich es mir ein – irgendwie sehr weiblich. Fast muss man sich fragen, warum nicht schon längst jemand Pop in ähnlicher Besetzung gespielt hat, so natürlich fügen sich diese Instrumente zu einem perlenden Klang zusammen, der einen in die schönsten Märchenwelten entführt.
Der Nachteil einer Frauenband? Auf einmal stehen große Männer in der ersten Reihe, die es mir unmöglich machen, ein Foto von der ganzen Band zu schießen - geschweige denn sie während des Konzerts sehen zu können. Ungerecht? Egal, ich für meinen Teil bin durch das außergewöhnliche Hörerlebnis völlig entschädigt.

Eure Steffi

Eine reine Frauenband! Erst beim Anblick von Agnes Obel und ihrer Band fällt mir auf wie wenige weibliche Instrumentalistinnen ich auf den bisherigen Konzerten gesehen habe. Das ist schade, denn die Musik, die die Pianistin Agnes Obel mit Anne Müller am Cello und der Gitarre und Gillian Fleetwood an der Harfe in den Karlstorbahnhof zaubert, ist traumhaft und – vielleicht bilde ich es mir ein – irgendwie sehr weiblich. Fast muss man sich fragen, warum nicht schon längst jemand Pop in ähnlicher Besetzung gespielt hat, so natürlich fügen sich diese Instrumente zu einem perlenden Klang zusammen, der einen in die schönsten Märchenwelten entführt.

Der Nachteil einer Frauenband? Auf einmal stehen große Männer in der ersten Reihe, die es mir unmöglich machen, ein Foto von der ganzen Band zu schießen - geschweige denn sie während des Konzerts sehen zu können. Ungerecht? Egal, ich für meinen Teil bin durch das außergewöhnliche Hörerlebnis völlig entschädigt.

Eure Steffi

Wie macht sie das nur? Mühelos und ungekünstelt steht Rebekka Bakken am Samstagabend auf der Bühne. Und innerhalb von wenigen Minuten ist das Publikum in der ausverkauften Feuerwache total aus dem Häuschen. Nach dem ohnehin fast zweistündigen großartigen Konzert muss die Gute noch zwei Zugaben geben, bis die Zuhörer sich zufrieden geben. Später sitzt sie am CD-Stand, signiert Platten und Plakate und hält kleine Schwätzchen. Zugänglich ist sie und unheimlich natürlich.
Wer sie dann noch in der Masterclass am Sonntagmittag (siehe Photo) erleben kann, muss ihr endgültig verfallen. Keine Spur von Arroganz! Im Gegenteil, Rebekka Bakken begegnet uns herzlich, mit viel Offenheit und Wohlwollen. Für mich mit Sicherheit eine der schönsten Begegnungen von Enjoy Jazz 2011!
Eure Steffi

Wie macht sie das nur? Mühelos und ungekünstelt steht Rebekka Bakken am Samstagabend auf der Bühne. Und innerhalb von wenigen Minuten ist das Publikum in der ausverkauften Feuerwache total aus dem Häuschen. Nach dem ohnehin fast zweistündigen großartigen Konzert muss die Gute noch zwei Zugaben geben, bis die Zuhörer sich zufrieden geben. Später sitzt sie am CD-Stand, signiert Platten und Plakate und hält kleine Schwätzchen. Zugänglich ist sie und unheimlich natürlich.

Wer sie dann noch in der Masterclass am Sonntagmittag (siehe Photo) erleben kann, muss ihr endgültig verfallen. Keine Spur von Arroganz! Im Gegenteil, Rebekka Bakken begegnet uns herzlich, mit viel Offenheit und Wohlwollen. Für mich mit Sicherheit eine der schönsten Begegnungen von Enjoy Jazz 2011!

Eure Steffi

Zugegeben, ich bin schon vor Konzertbeginn Fan. Die Unmittelbarkeit und Nähe der Aufnahmen auf dem Album „Bang Bang“ haben mich begeistert und gefesselt. Als stünden Le Bang Bang in meinem Zimmer.

Und dann sind sie da. Nicht in meinem Zimmer, natürlich. Aber im Café Prag, wo es auch sehr gemütlich ist. Und ich staune, weil die beiden live genauso gut klingen wie auf Platte. Weil sie den Mut haben, diese sparsame, leise Musik zu machen, die kein bisschen langweilig ist. Wo kein Ton zu viel ist. Aber eben auch keiner zu wenig. Nur mit einem Kontrabass und sich selbst auf der Bühne geben Stefanie Boltz und Sven Faller die beste und heiterste Coverband ab, die ich je gesehen habe. Das liebevoll ausgewählte und angekündigte Repertoire reicht von Nirvana über Neil Young bis zu Duke Ellington. Und als in der Zugabe auch noch Rio Reiser ausgepackt wird, bekomme ich Gänsehaut.

Eure Steffi

Fürs Mitklatschen ungeeignet: Steve Coleman and Reflex hypnotisieren dasHaus

Als nach anderthalb Stunden Steve Coleman das Saxophon absetzte und bei geschlossenen Augen einen Rhythmus über das Spiel seiner Begleiter klatschte, setzte auch das Publikum ein - und klatschte vorbei. Spätestens jetzt musste allen Anwesenden klar geworden sein, was es bedeutet, mit Steve Coleman zu spielen - es bedarf eines vollständigen Gefühls und tiefen Verständnisses dieser musikalischen Akrobatik, die er als Solist wie kein anderer beherrscht. Ein simples Tap-Tap-Taptap-Tap-Tap-Taptap führt hier den nichts ahnenden Besucher aufs Glatteis und selbst wenn der Meister sich bereits auf der Bühne köstlich darüber amüsiert, muss sich niemand dessen schämen. “Steve Coleman and Reflex” sind fürs Mitklatschen einfach nicht geeignet.

Was er und Marcus Gilmore an den drums und David Virelles an den Tasten vollführten, glich einem dampfenden, hypnotisierenden, polyrhythmischen Soundgebilde vom ersten bis zum letzten Ton. Virelles ersetzte dröhnend an den keys einen Bassisten, ließ diesen ganz und gar nicht vermissen. Als Solist gab es von ihm in dem zweistündigen (!) Set zwar wenig zu hören, dennoch trug er immens zu der Kulisse bei, die das Trio erschuf. Marcus Gilmore hingegen brillierte mit grandiosen Soli, jede Menge Variation und großer Dynamik. Das Trio bewies sich als herausragend abgestimmt, Gilmore und Virelles schienen ihrem Rhythmusgeber Coleman von den Lippen abzulesen und gingen jede Bewegung mit. Ein absolutes Ereignis!

Wer von der Komplexität dieser Musik nicht abgeschreckt wurde, für den bietet der Samstag einen ganz ähnlichen Gast. Colemans Lehrer und Wegbereiter, einer der wichtigsten Repräsentanten dieser kaum fassbaren, viel sagend “Modern Creative” genannten Genremixtur, Henry Threadgill kommt ebenfalls in dasHaus nach Ludwigshafen!

Viele Grüße

Euer Max

Gitarrenhelden bei Enjoy Jazz - der Eine längst ein Star, der Andere geradewegs auf der Überholspur. Vieux Farka Touré beehrte am Dienstag mit seinem malischen Quartett die Alte Feuerwache. Vieux, der “Alte”, trägt trotz seiner jungen Jahre einen klangvollen Namen: sein Vater, Ali Farka Touré, der laut Rolling Stone zu den besten hundert Gitarristen aller Zeiten gehört, gewann immerhin zwei Grammys und trug nicht unverdient den Beinamen “Bluesman of Africa”. Bis zu seinem Tod begleitete er seinen Sohn auf dessen Werdegang und brachte ihm wohl allerhand bei. Vieux’ Auftritt war ein wunderbares Fest mit toller, authentischer Musik und auch wenn wohl kaum jemand im Raum die Songtexte verstand, brachte sein klares und virtuoses Gitarrenspiel alle zum Tanzen. Eine kurze Aufforderung des Frontmanns Touré genügte und niemand konnte sich auf den Sitzen halten. Phantastisch!
Am Mittwoch wiederum zeigte Jean-Paul Bourelly in einer Masterclass den vier teilnehmenden Gitarristen die Grundlagen seines Spiels. Dabei stellte er seine Idee von Musik vor, sprach über “Soul” und “Spirit” des Jazz und die “Roots” westlicher Stile. Im gemeinsamen Spiel nahm er die Wünsche und Ideen seines Gegenübers auf und gab der Improvisation der Teilnehmer einen neuen, jazzigen Rahmen. Diese konnte sich teilweise trotz anfänglicher Schwierigkeiten gut darauf einlassen und nahmen jede Menge Anregungen, Ideen und Gedanken zu der eigenen Musik mit nachhause. Ein kleines Bild dazu findet Ihr oben.
Viele Grüße
Euer Max

Gitarrenhelden bei Enjoy Jazz - der Eine längst ein Star, der Andere geradewegs auf der Überholspur. Vieux Farka Touré beehrte am Dienstag mit seinem malischen Quartett die Alte Feuerwache. Vieux, der “Alte”, trägt trotz seiner jungen Jahre einen klangvollen Namen: sein Vater, Ali Farka Touré, der laut Rolling Stone zu den besten hundert Gitarristen aller Zeiten gehört, gewann immerhin zwei Grammys und trug nicht unverdient den Beinamen “Bluesman of Africa”. Bis zu seinem Tod begleitete er seinen Sohn auf dessen Werdegang und brachte ihm wohl allerhand bei. Vieux’ Auftritt war ein wunderbares Fest mit toller, authentischer Musik und auch wenn wohl kaum jemand im Raum die Songtexte verstand, brachte sein klares und virtuoses Gitarrenspiel alle zum Tanzen. Eine kurze Aufforderung des Frontmanns Touré genügte und niemand konnte sich auf den Sitzen halten. Phantastisch!

Am Mittwoch wiederum zeigte Jean-Paul Bourelly in einer Masterclass den vier teilnehmenden Gitarristen die Grundlagen seines Spiels. Dabei stellte er seine Idee von Musik vor, sprach über “Soul” und “Spirit” des Jazz und die “Roots” westlicher Stile. Im gemeinsamen Spiel nahm er die Wünsche und Ideen seines Gegenübers auf und gab der Improvisation der Teilnehmer einen neuen, jazzigen Rahmen. Diese konnte sich teilweise trotz anfänglicher Schwierigkeiten gut darauf einlassen und nahmen jede Menge Anregungen, Ideen und Gedanken zu der eigenen Musik mit nachhause. Ein kleines Bild dazu findet Ihr oben.

Viele Grüße

Euer Max